Zwang

Wie kommst du los von etwas, was du in dich aufnimmst? Etwas, was dich so beeinflusst, dass du weder ohne es, noch mit ihm weitermachen kannst – oder willst?

Du weißt, es macht dich kaputt. Es zerfrisst dich – langsam, genüsslich, ohne Rücksicht. Aber du unterwirfst dich ihm – kannst nicht anders, als dich zu beugen unter das Joch. Du redest dir ein, keine Wahl zu haben, vielleicht sogar, dass es dich besonders macht. Doch es fordert dich und deine Seele, deinen Körper – dein Leben.

Du lässt es von dir zehren, immer wieder aufs Neue. Gibst für es deine Freude auf. Dein Lachen wird durch eine marmorne Maske ersetzt, über die Tränen fließen. Deine Seele weint, bis sie ausgelaugt und in deinem Inneren nichts mehr ist – bis DU niemand mehr bist.

Begreifst du es? Ja, aber du bist nur noch ein Sklave des Zwangs, der dich beherrscht wie eine Marionette. Er sorgt dafür, dass du nicht den entscheidenden Schritt gehst und immer wieder Trost bei ihm suchst, dein scheinbares Wohlergehen von ihm abhängig machst – immer wieder aufs Neue. Du kannst nicht anders, als dich ihm hinzugeben, denn er ist dein Patron, der dir einen Weg weist – denn du hast keinen. Du folgst dem Weg, gehst ihn, ohne nachzufragen, immer weiter.

Wenn du beginnst zu begreifen und deinen eigenen Weg gehen willst, erinnert er dich immer wieder daran, dass es keinen anderen Weg für dich gibt und holt dich zurück – es gibt nur IHN; und du gibst dich erneut hin und das Joch lastet stabiler auf deinen Schultern und eine neue Stimme brennt sich in dir ein.

Sie sagt dir, was du tust, wer du bist. Kannst du dich noch hören? Nein, du wirst von ihr übertönt.

Es nimmt dir alles, was dich ausmacht, nimmt dir deine Identität und dein Leben.

Du bist nur noch ein Wirt. Deine Seele wird verdrängt, dein Verstand ausgetrocknet. Gibst du dich auf?

Wenn du versuchst zu kämpfen, dich aufzubäumen und dich von den Fesseln zu befreien – rechne nicht damit, dass es leicht sein wird. Er wird dich immer wieder zurückholen wollen, unerbittlich. Er ist dein Auge, dein Spiegelbild, dein Gewissen.

Du musst wollen, eisern und entschlossen sein. Du wirst in Depressionen, Selbsthass und Schwäche verfallen – es ist nicht leicht. Du kannst dich ihm erneut hingeben und dich unter dem Joch in Sicherheit wähnen. Oder aber du kämpfst weiter, trotz Verletzungen – niemand hat gesagt, du wirst keine Narben zurückbehalten. Denn er hat dich zweifelsohne zu sehr geprägt.

Kämpfe um deinetwillen, kämpfe für dich, kämpfe, wenns nicht anders geht, für den, der dich liebt. Doch, es gibt Menschen, für die du etwas bedeutest! Die es nur unter Schmerzen sehen, wie DU immer weniger wirst. Du könntest sie sehen, doch es ist dein Auge und lässt dich nur das sehen, was es dich sehend machen will.

Es hat viele Waffen, mit denen es dich schlagen kann – und wird. Es ist hinterlistig und viel zu skrupellos, als dass es eine seiner Waffen ungenutzt ließe.

Doch bedenke, du hast eine Gabe, die so viel stärker ist. Vielleicht spürst du sie schon nicht mehr, ich erinnere dich jetzt an sie.

Du kannst ihn aus dir herausbrennen. Du kannst ihn loslassen. Denn du bist, nicht wie er, in der Lage zu Lieben.

Beginne zu lieben. Liebe dich. Liebe dein Leben. Liebe dein Lächeln. Bitte, beginne zu lieben!

Lass sie lodern in deinen Eingeweiden, deiner Seele. Lass sie dir Kraft geben, lass sie dir ein Licht sein. Lass sie dir die stärkste Waffe sein, die du haben kannst – denn dann kannst du loslassen und bist frei!

Beginn zu lieben!

Gibst du dich auf?

2 Kommentare zu „Zwang

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