Der Mann in der Bar

In einer verrauchten Bar, irgendwo im Nirgendwo, bestellte sich jemand ein Bier. Erschöpft von seinem Arbeitstag, freute er sich auf die Erfrischung. Der Mann hinter der Bar füllte ihm den Krug voll. Golden rann die Flüssigkeit am inneren Glasrand hinunter auf den Boden, durch den hindurch der Mann hinter der Bar kurzzeitig seine Füße unnatürlich verzerrt sehen konnte. Die Schaumkrone schwappte leicht über, sodass sich ein Rinnsal aus dem Krug ergoss und einen runden Abdruck auf dem dunkel hölzernen Tisch hinterließ, als der Mann hinter der Bar das dickwandige Glas grob auf den Tresen stellte. Sein Blick strich kurz den Kunden – rau und ruhig, mit einer Bestimmtheit darin, die auf ihre Art und Weise in jedem hätte Vertrauen hervorrufen können. Seine grauen Augen blickten durch den Raum – dunkle, abgenutzte Holzbalken, denen man kaum zutraue würde, dass sie verlässlich das Dach stützten. Holzboden, Holzstühle und Tische. Die Aschenbecher nicht mehr gleichmäßig, jeweils einer auf einem Tisch, verteilt. Hatte sich eine Gruppe Raucher zusammengeschlossen und mehrere Aschenbecher auf ihre Tische gestellt. Sie spielten Karten, wobei einer von ihnen nervös mit einem der alten Holzstühle kippelte. Sein junger Bartflaum breitete sich erst auf der Oberlippe aus. Konzentriert starrte er auf sein Blatt. Es muss ein schlechtes Blatt sein, dachte sich der Mann hinter der Bar. So wie der guckt… Er grinste, nicht, ohne einen gewissen Funken Schadenfreude in den Augen zu haben.

In seiner gewohnten Ecke saß, wie jeden Abend, ein ältere Mann. Die Krempe des grauen Hutes berührte den hochgeklappten Kragen seines langen Mantels, der so typisch für alte Leute war. Sein fahler Mund wurde noch faltiger, als er sich um die Zigarre schloss und genüsslich an ihr zog. Seine Miene glich einem oftmals beschriebenen Papier, auf welchem stets neue Geschichten geschrieben werden, ohne, dass die vorige ausradiert wurde. Bald wird keine neue mehr Platz finden, so schien es. Ironischerweise erlosch die Kerze auf seinem Tisch in diesem Moment. Der Docht war abgebrannt und ein kläglicher Rest des Wachses blieb in dem Kerzenständer, den der Mann hinter der Bar demnächst auskratzen müsse, damit er eine neue Kerze hineinstellen könne.

Der langsam erlöschenden Flamme zusehend, paffte der Alte einen seiner dicken Rauchringe zur Kerze hinab, welcher sich, sobald mit der Kraft des Atems auf den Widerstand des Tisches treffend, sanft wabernd dem schon vorherrschenden Dunst in der Bar anschloss.

Ich habe den Text vor einer längeren Weile geschrieben und will ihn unbedingt fortsetzen! Habt ihr Ideen oder Anregungen? Was wollt ihr, was der Mann in der Bar erlebt? Wer soll als nächstes durch die Tür kommen? Gibt es vielleicht irgendein Geheimnis? …?

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